Bars, Preise und Promis: Wenn die Welt zur Bühne des gepflegten Trinkens wird

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Wer hätte gedacht, dass ein Gin&Tonic einst mit der Exotik einer Leitungswasserbestellung konkurrieren würde? Früher in Bars zu gehen bedeutete: ein Ort, an dem Rauch, Dämmerlicht und eine Jukebox den Puls der Nacht bestimmten. Heute aber ist die Barkultur ein Wettbewerb im Stil einer missglückten Kunstinstallation – mit Drinks, die eher an Parfums erinnern und Getränkekarten, deren Lektüre an die Preisliste eines Luxushotels erinnert.

Preisgekrönte Theken: Wo Alkohol und Auszeichnungen fließen

Beginnen wir die Weltreise mit Bars, die mehr Preise eingesammelt haben als ein mittelmäßiger Kinofilm beim Deutschen Filmpreis. Da wäre zum Beispiel die „American Bar“ im Savoy Hotel London, die vor lauter Auszeichnungen kaum noch Platz für Spirituosen in ihrem Schrank hat. Man merkt hier schnell: Wer an der Bar mehr Zeit mit Fotografieren seines Signature-Drinks verbringt als mit dem Trinken selbst, verfolgt vermutlich ein Influencer-Stipendium statt eines klassischen Durstlöschens.

Rooftop-Romantik oder Sammelbecken für Selfies?

Weit oben, auf Dachterrassen von Metropolen wie Bangkok, New York oder Berlin, tummeln sich Rooftop-Bars. Sie kombinieren einen Ausblick, der migränefördernde Höhenangst garantiert, mit Cocktailpreisen, die zur kreativen Auslegung der eigenen Kreditwürdigkeit einladen. Berühmt-berüchtigt: die Sky Bar im Lebua State Tower, spätestens dank „Hangover 2“ weltweit bekannt – und ideal, falls Sie davon träumen, Ihren Drink bei Windstärke 8 über die Geländerbegrenzung zu balancieren. Hier bekommt „Abgehobenheit“ einen ganz neuen, wortwörtlichen Klang.

Ski, Spa, Spritz: Eine Barlandschaft der Superlative

Auch im alpinen Raum ruht sich die Barkultur keineswegs auf der Apres-Ski-Nostalgie der 80er aus. Die „Ice Bar“ im „Icehotel“ Schwedens ist nicht einfach nur kalt – sie ist ein Statement. Wer sich mit Thermounterwäsche, innovativen Vodka-Variationen und dem Gefühl, in einem Gefrierfach zu dinieren, anfreunden kann, für den ist diese Glitzergrotte ein Must-See. Schade nur, dass die Drinks schneller gefrieren als die Gespräche auf Tinder.

Las Vegas: Mehr als nur verlorene Chips – Casinos und Cocktails

Wenn James Bond Luxus, Exzentrik und ein ungesundes Selbstvertrauen in Drinks kombinierte, tat er dies sicher in Bars wie der „Skyfall Lounge“ im Delano Las Vegas. Hier trifft sich der Jetset, um bei Martini und Panoramablick die Grenzen zwischen Stil und Kitsch auszuloten. Sicher ist: Verlieren tut man in Vegas meist am Spieltisch, gewinnen kann man höchsten beim Glücksspiel um den besten Barplatz.

Motto aus der Dose: Bars mit Alleinstellungsmerkmal

Bar ist nicht gleich Bar, das hat sich herumgesprochen. Während im „House of Wax“ in Brooklyn Menschen zwischen ausgestopften Leichenteilen Cocktails schlürfen (wer’s mag), hat die „Evans & Peel Detective Agency“ in London einen Eingang wie aus einer Sherlock-Holmes-Parodie – speakeasy, aber bitte mit Sicherheitsabstand zu jeder Spur von Normalität. Für alle, die sich heimlich wünschen, Hollywood wäre real.

Die Sehnsucht nach Extravaganz: Hotels und ihre Bar-Tempel

Sich einmal im Leben fühlen wie ein Filmstar – das geht in Hotelbars wie der „Artesian Bar“ im Langham, London, oder dem „Atlas Bar“ in Singapur: goldene Shaker, aufwändiges Glasdesign, Barkeeper, die ihre Drinks inszenieren wie ein Ballett der Alkoholika. Preise gibt es hier zur Begrüßung, ob für den berühmtesten Drink oder den exzentrischsten Service.

Wenn Bars in die Medien geraten: Kein Skandal zu groß

Ein öffentlichkeitswirksamer Medienrummel kann einer Bar mehr Besucher bringen als jede noch so clevere Marketingkampagne. Das „El Floridita“ in Havanna wurde erst durch Ernest Hemingway unsterblich. Hier trinkt man den Daiquiri noch genauso wie damals, als es noch Stil hatte, sich öffentlich zu betrinken. Wenig überraschend, dass heute Touristen aus aller Welt hier auf den Spuren des Dichters wandernd, das Flair mit Selfiestick und Sonnenbrand angemessen entzaubern.

Wer also glaubt, eine Bar sei nur ein Ort für den schnellen Drink, der irrt gründlich – im 21. Jahrhundert ist sie Bühne, Museum, Galerie, Rooftop-Balkon und manchmal sogar der beste Ort, um dem Alltag kurz zu entkommen, bevor die Rechnung kommt. Der nächste Thekenhocker auf Weltreise sollte sich also nicht nur auf guten Alkohol freuen, sondern auf ein Kaleidoskop an Geschichten, Skandalen und Instagram-tauglichen Momenten – denn ehrlich, was ist ein Drink schon wert, wenn niemand zuschaut?

   

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