Darf’s etwas Kaffee mehr sein?

Robusta und Arabica kennt jeder. Aber hier mal ein paar Infos über Kaffee, die man nicht so auf dem Plan hat

Kaffee ist nicht gleich Kaffee

Okay, Arabica und Robusta kennen mittlerweile schon alle. Kunststück, machen Sie ja auch über 95% der Weltproduktion aus. Aber was mit den restlichen paar Prozent, die bis 100 fehlen? Was sich nach selten und rar anhört, ist auch so. Und auch teuer. Dafür aber auch schon wieder irgendwo ein Muss für jeden Kaffeeliebhaber.

Jamaica Blue Mountain: In Höhen­lagen von bis zu 1.700 Meter über dem Meeres­spiegel wächst der Jamaica Blue Mountain. Er kommt aus Anbau­gebieten in den blauen Bergen – daher auch der Name. Aufgrund der kühlen Temperaturen, der Lage und den recht starken Regenfällen wachsen die Kaffee­kirschen langsamer. Die Reife­zeit beträgt mit ca. 10 Monaten knapp die doppelte Zeit, als bei anderen Kaffees. Da das Anbaugebiet recht klein ist, ist die Ernte­menge limitiert. Der Kaffee hat einen milden, leicht süßlichen Geschmack mit dezenter Säure. Die Aromen des Jamaica Blue Mountain sind viel­fältig und komplex. Zubereitet wird der Kaffee am besten in einer French Press oder in der Karlsbader Kanne.

Coffea Liberica: Herkunfts- und Anbaugebiet Westafrika und Südostasien. Sehr viel Koffein enthalten, aber dafür wenig Saft und Zucker. Die Pflanze dieser Kaffesorte widerstandsfähig, wenn die Bohnen auch eher als minderwertige Qualität gelten.

Coffea Excelsa: Eigentlich eine Variante der zuvor aufgeführten Liberica. Obwohl ganz früh am Anfang des 20. Jahrhunderts entdeckt, gilt sie als eine der seltensten Sorten der Welt.

Kupi Luwak: Von der Kaffeesorte aus Indien haben Sie dann eventuell doch wieder gehört. Indonesische Schleichkatzen fressen die Rohkaffeebohnen und scheiden sie wieder aus. Die Bohnen bekommen durch die Fermentierung im Magen der Katze einen sehr schokoladigen Geschmack.

Coffea Stenophylla: Vor allem Sierra Leone und Guinea findet man diese Kaffeesorte. Die großen, runden Bohnen sind Ausgangsprodukt für den Hochlandkaffee mit dem vollmundigen, leicht schokoladigen Geschmack.

Coffea Maragogype: Elefantenbohne nennt man sie auch aufgrund ihrer Größe. Anbaugebiet überwiegen Mittelamerika. Die Kaffeesorte gilt als mild und (daher?) magenschonend. Man vermutet, dass die Sorte aufgrund einer Mutation der Arabica-Bohne entstand; oder es handelt sich um eine Kreuzung der der Liberica- mit der Arabica-Bohne.

Catimor und Chari: Diese Bohnen sind Bestandteil von Kaffeemischungen aus Vietnam. Pur gibt es sie eher weniger. Sehr dunkel mit leichtem Geschmack von Nuß und Schokolade.

Black Ivory: Der Black Ivory Coffee aus Thailand hat einen ähnlichen Herstellungsprozess, wie der Kopi Luwak. Nur dass anstatt Katzen sich hier Elefanten um die Kaffeebohnen kümmern. Die Dickhäuter, die die Bohnenveredelung übernehmen, leben im Camp der „Golden Triangle Asian Elephant Foundation“. Ein Camp oder Reservat, in dem gerettete Elefanten leben. Mit dem Kauf des Kaffees unterstützt man die Tiere. 8% vom Erlös gehen an die Elefanten für Futter und Tier­arzt­kosten. Um 1 kg dieses Kaffees herzustellen, werden ca. 30 kg Arabica-Bohnen an einen Elefanten verfüttert. Den Black Ivory findet man in ausgesuchten 5-Sterne Hotels. Übrigens: Nicht nur Kaffeeherstellung ist etwas Besonderes, auch die Zubereitung wir entsprechend zelebiert: In einem französischen Siphon-Brüher wird der Kaffee direkt am Tisch aufgebrüht.