Uhren kaufen muss gekonnt sein

Augen auf beim Uhrenkauf

Wer eine Luxusuhr kaufen will, kann ganz normal zu einem offiziellen Händler gehen oder überhaupt in ein Ladengeschäft, das eine Uhr anbietet; oder er landet im Internet. Egal ob neu oder gebraucht: Die Auswahl im Web ist sehr groß und die Angebote manchmal günstig. Aber was muss man beachten und welche Fallstricke gibt es so?

Eine Frage der Generation: Junge Leute, die ohnehin viel im Web unterwegs sind, sind auch bei der Suche nach einer Uhr nah am Internet dran, wenn es um Angebotsrecherche und eventuell Kauf geht. Wer eher nicht so web-affin ist, geht eventuell doch zum Händler oder zu einer Auktion, zum Beispiel im Pfandhaus. Manchmal kann man auch beides miteinander verbinden: Denn viele Händler mit stationärem Ladengeschäft bieten ihre Uhren auch im Internet an.

Uhr besichtigen

Ein Auto kauft man auch nicht durch Klick auf einen Bestellbutton. Egal ob neu oder gebraucht, will man das Auto sehen, sich reinsetzen oder anfassen und im Idealfall auch Probefahren. Dafür nimmt man auch gerne mal ein paar hundert Kilometer für An- und Abfahrt in Kauf, selbst wenn man am Ende nicht zuschlägt. Wieso soll es bei einer Uhr anders sein? Weil das Versenden aufgrund der Größe leichter fällt!? Wer eine Uhr im Web sieht, kann auf jeden Fall genauso viel Aufwand betreiben, wie beim Autokauf. Schließlich ist der Wert oft in der selben Dimension. Manchmal ist die Uhr sogar teurer, als ein Auto. Also: Ruhig mit dem Anbieter, egal ob gewerblich oder privat, einen Termin vereinbaren und die Uhr sich anschauen.

Sachverstand haben

Ein Käufer muss Produktkenntnisse haben. Hat er die nicht, sollte er sich auf jeden Fall zumindest die Grundlagen aneignen oder einen Experten zu der Besichtigung mitnehmen. Viele Juweliere und Uhrmacher bieten auch die Begutachtung an; natürlich gegen Bezahlung. Das ist dann so, wie wenn Sie mit einem Auto, das sie kaufen wollen, einmal beim TÜV oder einer Werkstatt fahren, bevor sie es kaufen. Außerdem: Ist der Kunde mit Ihnen bereit zum offiziellen Händler zur Begutachtung zu gehen, spiegelt das auch Seriosität wider. Verweigert ein Anbieter den Gang zum Konzessionär, kann man eventuell etwas mißtrauisch die Stirn runzeln. Aber sicher ist sicher: Niemand weiß, ob jede angebotene Uhr echt ist. Mittlerweile kommen hochwertige Replicas für den ersten Blick und den Laien zumindest ziemlich nah an das Original ran; und die Zertifikate und Boxe werden auch gleich nachgemacht. Viele hochwertige Replicas werden im “Fullset” geliefert, was es noch schwerer macht, die Falsche von der Echten zu unterscheiden. Aber: Selbst wenn die Uhr echt ist, weiß man noch lange nichts über die Herkunft. Wo kommt die Uhr her? Ist sie womöglich gestohlen!? Man weiß es nicht. Eine lückenlose Historie, eventuell mit Kaufrechnungen oder über die letzte Überholung beim offiziellen Händler klärt da zumindest schon einmal auf.

Im Ausland kaufen?

Oft kommen Angebote aus dem Ausland. Verführerisch günstig. Da kann man natürlich Glück haben, aber es hat immer seinen Grund, wieso etwas günstig ist. Okay, in den USA ist ohnehin Vieles günstiger. Von der Harley, über Boote und Jetski bis hin zu Oldtimern und Yougtimern oder Mode. Aber das Risiko hereinzufallen, ist natürlich nochmal größer. Denn bei Angeboten aus dem Ausland ist der Weg zum Beischtigen oftmals zu weit, und dem Anbieter habhaft werden oder sein Geld zurückzubekommen ist über Landesgrenzen oder interkontinental nochmals schwieriger bis fast aussichtslos. Alle Unkenrufe aber mal vorweggenommen: Selbst wenn alles glatt läuft, muss die Uhr eventuell bei Zoll auch nochmal versteuert und verzollt werden, was auf den Kaufpreis hinzukommt; und schon ist das günstige Angebot gar nicht mehr so günstig, wie der Preis im Angebot es denken ließ.

Ist “Online only” aber eventuell doch empfehlenswert?

Wenn online ohne Besichtigung eine Uhr unbedingt gekauft werden soll, man sich den Risiken durch das Blindkaufen bewusst ist, ist dagegen natürlich nichts einzuwenden. Aber dann eventuell das Portal ein wenig unter die Lupe nehmen und vor allem den Anbieter. Bewertungsprofile und Aktionshistorie auf der jeweiligen Plattform helfen hier weiter. Bezahlung sollte über einen Dienstleister gehen, wo ich bei berechtigtem Einwand auch die Chance habe, mein Geld im Fall des Falles zurückzubekommen. Es gibt aber auch seriöse Plattformen im Internet, die als Vermittler zwischen und Anbieter und Käufer auftreten.