Eine fast vergessene Delikatesse: Weinbergschnecken

Weinbergschnecken. Foto: Pixabay

Escargots – Weinbergschnecken. Die meisten Weinbergschnecken kommen aus Zuchtfarmen in Frankreich, der Schweiz aber auch aus Süddeutschland, trotz oder gerade weil sie streng geschützt sind. Früher fand man Weinbergschnecken oft auf Speisekarten im gesamten Bundesgebiet, so im Restaurant-Deutschland der 70er Jahre waren sie fester Bestandteil vieler Speisekarten. Heute findet man sie noch im Badischen, sowie natürlich klar, in Frankreich.

Gegessen werden sie, nachdem sie samt Schneckenhaus im Backofen mit etwas Kräuterbutter gegart wurden, mit Schneckengabel (genau, die mit den zwei Zinken) und Schneckenzange – da erinnern wir uns doch an Julia Roberts, die in ihrer Rolle als Call-Girl Vivien so ein “schlüpfriges Scheißerchen” durch das ganze Nobelrestaurant befördert hat.

Früher waren in vielen Haushalten sogar extra Steinzeug-Teller mit Mulden (entweder sechs oder 12) für die Schnecken vorhanden, weil wirklich oft Schnecken gegessen wurden. Mittlerweile ist dem nicht mehr so.

Statt Kräuterbutter gibt es die Weinbergschnecken auch in roter Butter, dazu ißt man weißes Baguette und einen frischen, leichten Weißwein. Manchmal findet man auch schon Weinbergschnecken, schon aus dem Schneckenhaus herausgelöst in Baguettescheiben eingedrückt und mit etwas Kräuterbutter drauf, zum Garen im Backofen und als Fingerfood als Horsd’œuvre.

Ja, und nicht zuletzt das Schneckenrahmsüppchen, wo Schnecken, Sahne, Wein, Zwiebeln, … zu einem köstlichen Süpple zubereitet werden.

Vom Geschmack her, hat die Weinbergschnecke nicht wirklich einen eigenen Geschmack. Es ist eher die weiche, zähe Konsistenz, die es ausmacht. Vom Geschmack her schmeckt man die Kräuterbutter. Im Scheckenrahmsüppchen ist es genau so, da schmeckt die Suppe und die Schnecke dient nur zur bißfesten Einlage.